Die ist ein medizinisches Teilgebiet, das sich mit den Erkrankungen des Enddarms, also des
Mastdarms und des Analkanals beschäftigt.
Anatomie und Physiologie des Kontinenzorgans, häufige Krankheiten
Der Mastdarm (das Rektum) und der Anus bilden den letzten Teil des Verdauungstraktes.
Im Bereich des Anus finden sich verschiedene willkürlich und unwillkürlich steuerbare
Muskeln, die als Schließmuskel (Sphinkter) fungieren und in engem Kontakt zur Muskulatur
des Beckenbodens stehen. Darüber hinaus existiert ein sogenannter Schwellkörper (Corpus
cavernosum recti), der zusammen mit dem Sphinkter den Verschluss des Afters und somit
die Kontinenz sichert(auch Plexus hämorrhoidalis internus genannt). Bei gestörter
Entspannung dieses Muskels kommt es demnach zu einem Blutrückstau und in der Folge zu
einem Vorfall der eben für die Feinkontinenz wichtigen und physiologischen
Hämorrhoidalpolster. Man spricht dann vom sog. Hämorrhoidalleiden, welches
unterschiedliche Schweregrade einnehmen kann.
Im Übergangsbreich zwischen Mastdarm und Analkanal, der sog. Übergangszone, die mit
einem speziellen Übergangsepithel ausgekleidet ist, liegt auch die Grenze zwischen der
schmerzlosen Rektumschleimhaut und der äußerst schmerzempfindlichen Analhaut, welche
durch eine „gezahnte Linie“ (auch lateinisch Linea dentata bezeichnet) im Proktoskop
sichtbar ist. Dies erklärt auch die Möglichkeit der betäubungsmittelfreien Operation von
beispielsweise zweitgradigen Hämorrhoiden mittels Gummibandligaturen (die oberhalb
dieser Linea dentata auf die vergrößerten Hämorrhoidalpolster platziert werden.
An dieser Übergangszone finden sich zudem auch die sog. analen Krypten, in die die
Proktodealdrüsen münden, die nicht selten Ausgangspunkt von analen Abszessen sind.
Dabei kommt es zu einer eitrigen Entzündung, die zu einer schmerzhaften Schwellung am
Afterrand führt. Therapie der Wahl ist die Eröffnung dieses Abszesses.
Analfistel sind Eitergänge zwischen dem Afterkanal und der Afterumgebung und müssen
nach Abheilen des Analabszesses in einer zweiten Operation vollständig gespalten oder
ausgebaut werden, um ein Wiederauftreten von Abszessen zu vermeiden.
Vorwiegend im sensiblen Analhautbereich kann es durch äußere Verletzungen (z.B. durch
zu häufiges, zu festes Wischen mit Toilettenpapier, aber auch durch die Anwendung
kosmetischer Reinigungstücher, die längerfristig zu einem Austrocknen der Analhaut führen
können) oder durch zu festes Pressen beim Stuhlgang bei Verstopfung (Obstipation) zu
Einrissen der Analhaut kommen (sog. Analfissuren), die äußerst schmerzhaft sind und
teilweise sehr stark bluten können.
Bei all diesen Krankheitsbildern kann es im Analrandbereich, auch unter dem zusätzlichen
Einfluß von Kälteeinwirkung, Schwangerschaft, lokaler Durchblutungsstörungen, etc. zur
Ausbildung von sehr schmerzhaften Analvenenthrombosen kommen, die umgangssprachlich
fälschlicherweise als „äußere Hämorrhoiden“ bezeichnet werden, im Gegensatz dazu aber
meist einzeln auftreten und rein venöses zurückgestautes Blut.
Unter zahlreichen und mannigfaltigen Entzündungen und Infektionen im Analbereich seien
die Virusfeigwarzen oder auch Condylome genannt. Es handelt sich hierbei um eine
Papillomavirusinfektion, die sich im Anal- und Genitalbereich manisfestiert.
Eine Proktoskopie ist daher eine Standarduntersuchung vor jeder Therapie.
Glossar
• Hämorrhoiden – krampfaderartige Erweiterungen der Äste der oberen
Rektalarterie oder des Venengeflechts
• Stuhlinkontinenz – Probleme, den Stuhl zu halten
• Analfissur – Einriss in der Afterschleimhaut
• Analabszess - Eiteransammlung
• Analfistel – Eitergang, der sich in den Darm oder zur Haut hin mit eitrigem Sekret
entleert
• Perianalthrombose – Blutgerinnsel in den äußeren Venen des Afters
• Marisken - Hautlappen am After
• Condylomata acuminata - Feigwarzen